Minimal Viable Product

MVP - Definition, Vorteile und wie wir damit arbeiten

Sobald Projekte komplizierter als „einfache“ Websites sind, arbeiten wir basierend auf dem Konzept des MVP oder Minimal Viable Product. Schon wieder eine Abkürzung aus dem Bullshitbingo der Digitalisierung? Ja, wir mögen sie auch nicht besonders - aber die Idee dahinter dafür umso mehr. Sie erlaubt es, die Produktentwicklung erheblich zu beschleunigen und spart damit Zeit und Geld.

Was ist ein MVP?

Eine MVP, also Minimal Viable Product, ist eine minimale aber funktionale Version des Produktes, das man entwickeln möchte. Idealerweise löst es bereits das Kernproblem der Aufgabe und es ist bereits absehbar, was einmal aus dem MVP werden soll.

Ein häufig verwendetes Beispiel, ist der Weg der Entwicklung eines Autos – wobei man mit dem einem Skateboard MVP startet.

MVP Tretroller

Das Beispiel ist zwar sehr bildlich, jedoch auch etwas irreführend. Denn Autos sind nicht aus Skateboards, sondern aus Kutschen entstanden. Daher versuchen wir immer ein MVP zu finden, dass einen Teil der gesamten Bandbreite des zukünftigen Produktes abbildet. Also neben Funktionalität auch Branding und UX zum Beispiel.

MVP better

Welche Vorteile hat dieser Arbeitsansatz?

Wie eingangs erwähnt, kann der MVP-Ansatz Zeit und Geld sparen. Doch warum ist das so? Zum einen, lässt sich ein MVP gut kalkulieren, da es (auch als Softwareprojekt) klar überschaubar ist. Alle Features sind bekannt und es ist nicht mit vielen Querschüssen und Veränderungen zu rechnen. Das MVP lässt sich zudem meist in wenigen Wochen erstellen.

Oftmals startet ein Produkt mit einer guten Idee und basierend auf Annahmen. Oftmals scheitern Produkte jedoch daran, dass Nutzerverhalten und -bedürfnis anders sind, als zunächst angenommen. Der Weg über ein MVP wirkt dieser Gefahr entgegen.

Der wirklich große Vorteil wird sichtbar, wenn das MVP dann zum finalen Produkt weiterentwickelt wird. Denn die Idee ist, die gesamte Weiterentwicklung so nahe wie möglich mit den Nutzern zusammen zu machen. So stellt man sicher, dass man nur Dinge priorisiert und entwickelt, die auch wirklich gebraucht werden.

Software-Entwicklung mit Hilfe eines MVPs

Schritt 1 — Welches Problem wollen wir lösen?

Je besser wir das Problem kennen, dass wir lösen wollen, umso besser wird das initiale Produkt. Abhängig von der Komplexität, machen wir dazu gerne initiale Workshops und Nutzerbefragungen. Je mehr im Vorfeld klar ist, umso besser.

Schritt 2 — Hat das schonmal jemand gemacht? Gibt es Beispiele? Was macht die Konkurrenz?

Meist muss man das Rad nicht neu erfinden. Wir schauen uns an, ob dieses oder ein ähnliches Problem schonmal gelöst wurde. Und wenn ja, wie das gemacht wurde. Wir versuchen, daraus zu lernen, identifizieren Schwachstellen und Differenzierungspotential.

Schritt 3 — Userstory definieren

Mit dem gesammelten Wissen können wir nun die Userstories definieren. Hier beschreiben wir im Detail, wie der Anwender unser fertiges Produkt verwendet. Wann, wo, wie er es nutzt und wie genau es sein Problem löst.

Schritt 4 — Featureliste erstellen und für MVP priorisieren

Durch die ersten drei Schritte haben wir einen sehr guten Überblick erhalten, was genau wir entwickeln wollen. Über die Userstories wurde außerdem klar, welche Features wir brauchen. Jetzt ist es Zeit, alle Bestandteile aufzulisten und anschließend zu priorisieren. Was sind absolute Must-Haves, was sind Nice-To-Haves? Mit diesem Prozess definieren wir den Funktionsumfang des MVP.

Schritt 5 — Bauen, Testen, Lernen, Wiederholen

Nun geht's ans Eingemachte. Wir entwickeln und launchen die erste Version und starten damit den nächsten spannenden Teil: Wir beobachten, wie Nutzer unser Produkt verwenden. Was gut klappt, und wo evtl. Probleme auftreten. Basierend auf den Beobachtungen und unserem Feature-Katalog entwickeln wir das MVP nun stetig und in kurzen Entwicklungszyklen weiter. Bis wir das perfekte Produkt erstellt haben.

Fazit

Der Entwicklungsweg über ein MVP hat viele Vorteile: Er spart Zeit und Geld, ist effizient und mündet in einer deutlich besseren Produktqualität. Er richtet von Anfang an den Fokus auf den Anwendernutzen und stellt sicher, dass keine Energie in unnötige Entwicklungsschleifen gesteckt werden.

Auch wenn der Begriff hauptsächlich im StartUp-Umfeld Anwendung findet, ist der MVP-Ansatz für ziemlich jedes Web-/ Software-/ Digitalprojekt unerlässlich. Daher bildet er den Kern unserer Arbeitsphilosophie.

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