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Step by Step in die Digitale Transformation für KMUs Teil 1: Digitalisierungs-Potential

Für diese Aussage brauchen wir keine Glaskugel: Jedes Unternehmen hat unausgeschöpftes Potential für Digitale Transformation. Egal ob auf Endkunden oder Unternehmen ausgerichtet, ob traditionelles Handwerk oder IT-Dienstleister – irgendwo schlummert immer der ein oder andere analoge oder manuelle Prozess, der schneller und effizienter gestaltet werden kann.

Auch für Ihr Unternehmen gibt es ein Online-Service-Angebot, das Kunden schmerzlich vermissen (evtl. ohne davon zu wissen). Eine clevere Marketing Lösung, die langfristig tausende Euro in Anzeigen spart, oder eine Möglichkeit ins eCommerce zu expandieren. Doch wo genau hinschauen, bei all diesen Chancen?

In diesem Artikel wollen wir herausfinden, wie Sie mit Digitaler Transformation anfangen und Ihr Unternehmen auf unausgeschöpftes Digitalisierungs-Potenzial hin untersuchen können. Wichtig für den Moment: Gehen wir einen Schritt zurück! Es geht noch nicht darum, konkrete Lösungen, sondern das größte Potenzial für Ihr Unternehmen zu finden.

Nehmen Sie gerne Zettel und Stift zur Hand, es wird praktisch!

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Digitalisierungs Potential für ihr Unternehmen ermitteln

Step 1: Analyse des Kerngeschäfts

Der erste Blick gilt Ihrer Unternehmens-DNA. Wir glauben, digitale Transformation kann nur dann funktionieren, wenn sie zum Kern des Unternehmens passt. Überlegen Sie: Was ist das Kerngeschäft meines Unternehmens? Verdeutlichen Sie sich womit sie 80% ihres Umsatzes generieren und was in jeden Fall weiter funktionieren muss.

Wahrscheinlich haben Sie die Antworten bereits im Kopf. Schreiben Sie sie dennoch auf, das stellt sicher, dass Sie bei den folgenden Fragen den Fokus behalten. Gerne verleitet einen die Digitalisierung, einer schillernden Idee zu folgen – "weil es geht" oder "weil das jeder so macht". Doch wichtig ist nur das, was Ihnen und Ihren Kunden langfristig wirklich Mehrwert bringt.

Step 2: Wie genau wirtschaftet mein Unternehmen?

Gehen sie nun einen Schritt weiter ins Detail und überlegen sie, wie Sie Ihren Umsatz im einzelnen generieren: Was genau biete ich an? Wie erbringe ich die Leistung? Arbeiten Sie heraus, wie genau die Transaktionen im Unternehmen erfolgen. Oft hilft ein Flow-Chart dabei, die einzelnen Abläufe zu visualisieren. Markieren Sie dann die Schnittstellen zwischen Personen und Abteilungen, Kunden, Zulieferern und internen Prozessen.

Hinterfragen Sie nun für alle Prozesse und Schnittstellen: Was funktioniert sehr gut? Wo gibt es Schwächen? Finden Sie heraus, was besser funktionieren könnte und welche Aufgaben viel Zeit fressen. Wahrscheinlich finden Sie auch Aufgaben, für die nie genug Zeit übrig bleibt, die aber eigentlich wichtig sind. Versuchen Sie außerdem Prozesse und Aufgaben zu identifizieren, die nerven, repetitiv sind und bei denen immer wieder Probleme entstehen.

Vielleicht hatten Sie jetzt schon den ein oder anderen Aha-Moment. Besonders dort, wo Prozesse unrund laufen, wo es Abspracheprobleme oder Engpässe gibt, lohnt es sich ganz genau hinzuschauen. Manchmal können hier digitale Maßnahmen wahre Wunder vollbringen, meist aber zumindest das Problem lösen.

Step 3: Ihre Zielgruppe

Nun der Blick von Außen, die Kundensicht. Versetzen Sie sich in Ihre Zielgruppe - nehmen Sie vielleicht Ihren Lieblingskunden als Beispiel. Fragen Sie sich: Wer ist das genau und wie kommuniziere ich mit ihm? Wo bewegt er sich online? Halten Sie fest, was der Kunde von Ihrem Unternehmen erwartet, welches Problem Sie für ihn lösen und warum er Ihr Lieblingskunde ist. Hat dieser Kunde weitere Bedürfnisse oder Probleme, die Sie lösen können? Wenn Sie es nicht genau wissen, fragen Sie einfach nach. Fragen Sie ihn (und sich) außerdem, wo Sie vielleicht Nachholbedarf haben. Wo sie etwas besser, schneller, bequemer machen könnten. Sie werden überrascht sein wie viele Ideen Ihr Kunde für Sie hat.

Ähnlich wie im vorherigen Step, zielen diese Fragen und Denkspiele darauf ab, ungenutztes Potential zu entdecken. Gerade für Kundenkommunikation und Serviceangebot, ob vor oder nach dem Kauf, bietet die Digitalisierung eine große Toolbox an Möglichkeiten.

Step 4: Wo nutze ich schon digitale Tools?

Sicherlich gibt es Bereiche in Ihrem Unternehmen, wo Sie bereits digitale Unterstützung haben. Ob das nun Ihre Mail- und Kontaktverwaltung mit Outlook, die Excel-Tabelle oder Ihre Webseite ist. Listen Sie diese Tools auf und hinterfragen Sie: Was funktioniert gut? Was könnte besser sein? Was sollte (idealerweise) automatisch laufen? Womit komme ich gut klar? Womit nicht?

Dieser Schritt stellt eine einfache Bestandsaufnahme dar. Digitale Transformation soll immer vereinfachen und optimieren, nicht zu mehr Komplexität führen. Ohne Bestandsaufnahme und übergreifenden Plan, bilden sich schnell unpraktische Insellösungen, die später nur noch sehr schwer zu verknüpfen sind.

Step 5: Denken sie groß!

Zu guter Letzt, der spaßige Teil - überlegen Sie, was Sie mit Ihrem Unternehmen noch vorhaben. The sky is the limit! Wo wollen Sie hin? Wo soll das Unternehmen in 5 Jahren stehen? Was wäre, wenn Geld keine Rolle spielt? Was, wenn alles möglich wäre? Wie würden Sie Ihre Kunden bedienen? Ihre Zulieferer verwalten? Wie würde die Firma der Zukunft laufen?

Digitalisierung ist ein riesiger Multiplikator und Möglichmacher. Doch wie mit allem: Ohne Ziel ist es schwer, den richtigen Weg zu finden und leicht, Dinge zu komplizieren. Je klarer jedoch das Ziel, desto mehr wirklich hilfreiche Digital-Lösungen findet man – und die wiederum bringen einem dem Ziel schnell näher. Lassen Sie sich nicht einschüchtern von den Möglichkeiten, lassen Sie sich inspirieren!

Ihr Potential

Nach all diesen Überlegungen, haben Sie vielleicht schon ein paar digitale Ideen und Möglichkeiten ganz analog auf Papier gebracht. Falls nicht, sind Sie in jedem Fall den schlummernden digitalen Chancen Ihres Unternehmens ein großes Stück näher gekommen. Sie wissen, wo Sie stehen, wo S ie hinwollen, was gut läuft und wo Verbesserungspotential besteht. Sie wissen, wo bereits digitale Tools zum Einsatz kommen und welcher Bereich von der Digitalisierung noch unberührt ist.

Zwischen all diesen Punkten liegt das individuelle Digitalisierungs-Potential Ihres Unternehmens. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie clevere Ideen suchen, um dieses Potential langfristig und lohnend zu nutzen. Ein paar erste Inspirationen und Beispiele finden sie hier.

Im nächsten Artikel werden wir uns ansehen, wie man aus schlummerndem Digital-Potenzial eine übergreifende Digital-Strategie entwickelt. Und wie die ersten Schritte in Richtung Umsetzung geplant werden.

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