Warum Digitalisierung Scheitert

Warum Digitalisierung scheitert

Die Gründe, warum Digitalisierungsprojekte scheitern, sind sehr vielfältig und können aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Meist steht und fällt ein Projekt mit dem richtigen Mindset, nur selten ist wirklich das Produkt verantwortlich für einen Misserfolg. Denn mit einer richtigen Einstellung und professionellen Umsetzung einer guten Idee, kann es zwar immer noch viele Hürden auf dem Weg geben, ein erfolgreicher Ausgang ist aber so gut wie garantiert.

Mindset – Das A und O

Falsche Erwartungen

Die Digitale Transformation funktioniert anders als die Industrielle Revolution. Natürlich geht es in weiten Teilen auch hier um Automatisierung und Effizienzsteigerung. Aber mit unverrückbarem Fokus auf den Nutzer – ob er nun Inhouse sitzt oder Kunde ist. Außerdem kann man Digitalisierung nicht einfach wie eine neue Maschine kaufen. Wirkliche Digitale Transformation ist immer ein Change-Prozess – und das geht nicht schnell und günstig. Das heißt zwar nicht, dass Digitalisierung unbedingt teuer sein muss, es gibt sie aber definitiv nicht zu Dumping-Preisen.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Digitale Transformation bedeutet stetiger Wandel, stetige Anpassung. Diese kann sich von bekanntem "stetigem Wachstum" stark unterscheiden. Es ist meist nicht ein Projekt mit Anfang und Ende. Es ist ein stetiges, iteratives Vorankommen mit dem Ziel konstant besser und nützlicher zu werden. Mehr über das richtige Mindest für die Digitalisierung gibts hier.

Kein Change-Management und Mitarbeitermotivation

Wie gesagt, ist die Digitale Transformation immer auch ein Change-Prozess. Und für diesen müssen nicht nur Manager, sondern alle Mitarbeiter offen sein. Nicht selten scheitern Projekte an blockierenden Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Ebenen. Die Erkenntnis: Change-Management geht nicht von oben. Es gilt, alle Mitarbeiter frühzeitig für die Digitale Transformation zu begeistern und ihnen die (oft irrationalen) Ängste davor zu nehmen.

Das geht am besten durch transparente Kommunikation, klare Ziele und Gründe. Ebenso sollte Mitarbeiter aus allen Ebenen frühzeitig in die Projekte und die Planung eingebunden werden. Das steigert nicht nur die Motivation, sondern beugt auch inhaltlichen Fehlern bei der Umsetzung von Anfang an vor.

Fachkräfte und Partner

Die richtigen Mitarbeiter und Partner zu finden, gestaltet sich oft nicht ganz einfach. Speziell für KMUs ist es schwierig, an gute IT-Fachkräfte zu kommen. Das Schöne: Gute IT-Dienstleister gibt es dafür umso mehr. Was es dennoch im Unternehmen braucht, ist eine verantwortliche Person. Im agilen Szenario meist "Product-Owner" genannt.

Falscher Product Owner – der verantwortliche Mitarbeiter im Unternehmen

Egal welche Agentur sie beauftragen, sie werden immer einen Verantwortlichen für das Projekt im Haus haben müssen. Im Scrum-Jargon wird dieser Product Owner genannt. Ja nach Größe des Projektes kann der Arbeitsaufwand von ein paar Stunden pro Woche bis zu einem Vollzeitjob reichen. Wichtig ist dabei, dass der Product Owner die Kanäle im Unternehmen zusammenführt und genug Fachkompetenz, Entscheidungsgewalt und Budgetverantwortung hat. Wenn dies nicht der Fall ist, wird der Product Owner schnell zum Nadelöhr, der das ganze Projekt in die Länge zieht, teurer macht und evtl. sogar inhaltlich nachteilig beeinflusst.

Der falsche Partner

Den richtigen Partner auszuwählen ist nicht leicht. Oft ist es nicht ganz klar, welche inhaltlichen und fachlichen Schwerpunkte eine Agentur wirklich gut bedienen kann. Oft sind die fachlichen Details(z.B. Programmiersprachen, Frameworks ect.), die von Agenturen in den Vordergrund gestellt werden, gar nicht so wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung. Wir sind überzeugt: Das wichtigste ist die richtige Arbeitsweise, Beziehung und Beratung. Versteht die Agentur mein Business und meine Wünsche? Hinterfragen sie mein Konzept konstruktiv und beraten mich? Planen sie die Umsetzung in iterativen Schritten mit transparenten Zielen, Preisen und Kommunikation? Natürlich sollte der jeweilige Partner auch fachlich kompetent sein. Da liegt aber meist gar nicht das Problem von Programmierern.

Planung und Umsetzung

Keine klaren, langfristige Ziele

Wie bei jedem anderen Projekt sind klare Vorstellungen und Ziele enorm wichtig. Bei Digitalisierungsprojekten umso mehr, da Hürden und neue Erkenntnisse häufig erst im Prozess auftauchen und das Projekt nicht selten in eine andere Richtung lenken, als zunächst angenommen. Die richtigen Ziele helfen dabei, dann die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mehr zu Zielen bei Digitalisierungsprojekten.

Kunden- oder Nutzerwünsche und Bedürfnisse werden übersehen

In den allermeisten Fällen werden Digitalisierungsprojekte umgesetzt, um später von Kunden oder Mitarbeitern verwendet zu werden – ihnen zu helfen, ihnen mehr Service zu liefern, ihre Arbeit zu erleichtern und produktiver zu machen. Meist wird dabei von einer Hypothese ausgehend gearbeitet. Damit ein Projekt zum Erfolg führt ist es enorm wichtig diese Hypothese frühzeitig und regelmäßig mit der Realität zu konfrontieren. Nicht selten wird sonst etwas entwickelt, was zwar gut gemeint war, aber komplett am Kundennutzen vorbeigeht oder von diesen aus irgendwelchen Gründen nicht verwendet wird. Es gilt diese Gründe so früh wie möglich zu erkennen und das Produkt so nah wie möglich mit den Nutzern und ihren Bedürfnissen zu entwickeln.

Keine agilen Arbeitsmethoden

"Agile" ist eines der Hype-Wörter, wenn es um die Digitale Transformation geht. Leider führt aber kein Weg an dieser Arbeitsmethode vorbei, wenn ein Projekt erfolgreich umgesetzt werden soll. Software ist komplex und der Agile Ansatz immer noch der beste um Kosten, Qualität, Effizienz und Ziele im Griff zu behalten und gleichzeitig maximal schnell auf Veränderungen reagieren zu können.

Doch es gibt noch ein paar andere Arbeitsweisen und Konzepte, die einem Projekt zum Erfolg verhelfen können: LEAN Startup, MVP und Proof of Concept. Was alle drei gemeinsam haben: Fokus aufs Wesentliche und immer schauen, ob alles wirklich funktioniert, bevor man es vollständig entwickelt. Das reduziert das Risiko und erlaubt frühzeitig zu lernen und Fehler im Konzept zu korrigieren.

Das falsche Produkt / Projekt

Wie eingangs erwähnt, kann es natürlich auch sein, dass man etwas Unpassendes entwickelt. Beachtet man die obigen Punkte, so kommt das in der Realität aber selten vor. Denn dieser Umstand sollte sehr frühzeitig erkannt werden. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten: Iteration oder Abbruch.

Entscheidet man sich für Iteration und hört auf Kunden- bzw. Nutzer-Feedback, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit (und damit des Geldes) bis man etwas entwickelt, dass seinen Zweck erfüllt.

Natürlich darf man hierbei aber nicht seine initialen Ziele vergessen. Wenn das Resultat diese gar nicht mehr erfüllt, dafür aber gut funktioniert, ist es dennoch das falsche Produkt.

Fazit

Es gibt natürlich noch wesentlich mehr Dinge, die bei der Digitalen Transformation schiefgehen können. Im Groben wird man sie aber einer der obigen Kategorien zuordnen können. Wie eingangs erwähnt, ist das Mindset, die richtige Einstellung, das wichtigste. Ihr folgen die anderen Punkte und mit ihr lassen sich viele Probleme von Anfang an erkennen und beheben. Wichtig dabei: agil, lean und kundenzentriert denken, Fehler zulassen und aus ihnen lernen. Nicht nur das – Fehler am besten von Anfang an als Teil des Weges zum Erfolg begreifen und leben.

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